08 May 2009
Kenianische Nationalspielerin kehrt nach Berlin zurück
Kreuzberg, Heinrichplatz: Nur wenige Meter entfernt wurde die Kenianerin Doreen Nabwire im WM-Jahr 2006 mit der Organisation MYSA erste Straßenfußball-Weltmeisterin. Drei Jahre später kehrte sie nach Berlin zurück zu Freunden und erzählte im "GOAL-Laden" Besuchern und Pressevertretern aus ihrem ereignisreichen Leben. Ihr Besuch in der Hauptstadt war Teil eines dreiwöchigen Aufenthalts in Deutschland mit dem Ziel, einen Verein zu finden.
Die 22-jährige Doreen hat in ihrem noch jungen Leben viel erlebt:eine schwere Kindheit auf den Straßen von Nairobi, Straßenfußball-Weltmeisterin 2006, FIFA-Botschafterin bei der Auslosung für die WM 2010, Medienstar, Trainerin und kenianische Nationalspielerin. Dabei wollte sie eigentlich immer nur eines: Fußball spielen.
Seit den politischen Unruhen 2007 ist dies in Kenia für sie nicht mehr möglich. Der Frauenfußball ist lahm gelegt durch Korruption und Misswirtschaft der Funktionäre. Auf Initiative des Filmemachers Herbert Ostwald, der mehrere Jahre in Kenia lebte und Doreen seit drei Jahren mit der Kamera begleitet, besuchte sie nun Deutschland. Bei der Vereinssuche wurde sie auch von PLAY!YA unterstützt.
Sportliche Klasse unbestritten, Aufenthaltsgenehmigung fraglich
"Ein Verein soll ihr nicht nur eine sportliche, sondern auch eine berufliche Perspektive bieten", schilderte Ostwald das Ziel der Reise. Bei verschiedenen Probetrainings, unter anderem bei den Erstligisten SG Essen-Schönebeck und FF USV Jena, konnte Doreen ihre Klasse eindeutig nachweisen. Auch in Berlin hinterließ sie bei ihren Auftritten bei Zweitligist Tennis-Borussia und Drittligist FC Lübars einen sehr guten Eindruck. Neben dem Fußball standen auch zahlreiche soziale Aktivitäten auf dem Programm, unter anderem Besuche in Schulen in Bonn, Köln und Berlin oder beim Jugendorgateam der Berliner Straßenfußballinitiative STRASSE!KICKT.
Sportliche Klasse unbestritten, Aufent-haltsgenehmigung fraglich. So lautete dann aber das Fazit von Doreen und Herbert Ostwald, die ausführlich auf Fragen von Presse und Besuchern eingingen. Denn bei der Fortsetzung ihrer Karriere stehen Doreen vor allem rechtliche Fragen im Weg. Eine Arbeitsstelle allein ist für Nicht-EU-Bürger noch keine hinreichende Voraussetzung, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Die einfachste Lösung wäre ein Profivertrag, doch kaum ein Damenfußball-Verein in Deutschland könnte diese Voraussetzung erfüllen.
Trotzdem kehrte Doreen mit einem positiven Gefühl zurück nach Kenia: "Ich konnte zeigen, dass ich fußballerisch auf hohem Niveau spielen kann. Und der Aufenthalt bei Freunden hat mir sehr viel Spaß gemacht." Dafür stand auch ein Geschenk von Tülin Duman, Inhaberin des GOAL-Ladens. Sie überreichte Doreen zum Abschied ein von Philipp Lahm signiertes Deutschland-Nostalgietrikot.
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